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Firmengründung in Österreich als Ausländer 2026

Auch ohne Wohnsitz in Österreich können Sie eine GmbH gründen: 10.000 Euro Stammkapital, 5.000 bar einzuzahlen. Ablauf, Adresse und Kosten im Überblick.

Stephan HolzbachVeröffentlicht am 26. Juni 2026

Blick über die Donau auf die Skyline von Wien als Standort für internationale Gründer

Auch ohne Wohnsitz in Österreich können Sie hier eine Firma gründen. Die GmbH, die häufigste Rechtsform, braucht seit der Reform 2024 ein Mindeststammkapital von 10.000 Euro, davon sind mindestens 5.000 Euro bar einzuzahlen. Nicht verzichtbar ist eine inländische Geschäftsanschrift: eine echte physische Adresse in Österreich, kein Postfach. Dieser Überblick zeigt Voraussetzungen, Ablauf und typische Stolpersteine für Gründer aus dem Ausland. Stand Juni 2026.

Können Ausländer in Österreich eine GmbH gründen?

Ja. Weder Gesellschafter noch Geschäftsführer einer österreichischen GmbH müssen die österreichische Staatsbürgerschaft oder einen Wohnsitz im Inland haben. Gründer aus der EU, dem EWR und aus Drittstaaten können 100 Prozent der Anteile halten und die Gesellschaft vom Ausland aus führen.

Die Hürden liegen nicht im Recht, sondern in der Praxis: Identifikation beim österreichischen Notar, Eröffnung eines Bankkontos für die Stammeinlage und eine verlässliche Zustelladresse in Österreich. Alle drei Punkte lassen sich aus der Ferne lösen, sollten aber vor dem Notartermin geklärt sein, nicht erst währenddessen.

Wie viel Stammkapital braucht die GmbH?

Seit 2024 beträgt das Mindeststammkapital 10.000 Euro, davon sind mindestens 5.000 Euro in bar einzuzahlen. Die früher geltenden 35.000 Euro sind Geschichte, was die Gründung gerade für internationale Gründer deutlich günstiger gemacht hat.

Die Bareinlage fließt auf ein Konto der Gesellschaft in Gründung, die Bank bestätigt die Einzahlung für das Firmenbuch. Zusätzlich einplanen sollten Sie Notarkosten für den Gesellschaftsvertrag, Eintragungsgebühren und gegebenenfalls beglaubigte Übersetzungen ausländischer Dokumente. Wer die Kosten sauber kalkuliert, vermeidet die häufigste Verzögerung: ein Konto, auf dem die Bareinlage zum Notartermin noch fehlt.

Welche Adresse braucht die Firma in Österreich?

Jede österreichische Gesellschaft braucht eine inländische Geschäftsanschrift, und diese muss ladungsfähig sein: eine physische Adresse, an der behördliche Dokumente zugestellt und übernommen werden können. Ein Postfach scheidet aus, und eine Adresse, die nur auf dem Papier existiert, führt zu Problemen mit Firmenbuch, Finanzamt und Banken.

Gründer ohne Wohnsitz im Inland mieten dafür eine Geschäftsadresse. Die Geschäftsadresse in Wien von 1010 Works liegt in der Seitenstettengasse 5/37, 1010 Wien, im 1. Bezirk, zwei Gehminuten von der U1- und U4-Station Schwedenplatz. Der Standort ist besetzt: Eingehende Post wird übernommen, digital gescannt oder von Montag bis Sonntag zur Selbstabholung bereitgehalten. Das Basic-Paket kostet 49 Euro pro Monat zuzüglich Umsatzsteuer bei Jahreszahlung, 59 Euro bei monatlicher Zahlung, und ist monatlich kündbar. Welche Adresse in welchem Gründungsschritt verlangt wird, zeigt der Ratgeber zur Adresse bei der Firmengründung.

Wie läuft die Gründung aus dem Ausland ab?

Der Kern ist immer gleich: notarieller Gesellschaftsvertrag, Kapitaleinzahlung, Firmenbucheintragung, dann die steuerliche Erfassung. In der Praxis arbeiten Gründer diese Liste ab:

  • Firmennamen festlegen und gegen bestehende Firmenbucheinträge prüfen
  • Gesellschaftsvertrag beim österreichischen Notar errichten und unterzeichnen
  • Bankkonto für die Gesellschaft in Gründung eröffnen und mindestens 5.000 Euro bar einzahlen
  • Antrag auf Eintragung ins Firmenbuch stellen
  • Steuernummer und bei Bedarf UID-Nummer beim Finanzamt beantragen

Nach dem Notartermin dauert die Eintragung je nach Gericht und Vollständigkeit der Unterlagen einige Tage bis wenige Wochen. Wer nicht anreisen will, klärt vorab mit dem Notar, welche Schritte per beglaubigter Vollmacht oder digitaler Identifikation möglich sind. Je vollständiger die Unterlagen beim ersten Einreichen, desto kürzer die Wartezeit auf die Eintragung.

Wie führen Sie die Firma danach vom Ausland?

Mit einem virtuellen Büro: Die Geschäftsadresse nimmt die Post an, Sie erhalten noch am selben Tag Scans, wichtige Dokumente werden EU-weit weitergeleitet. Das virtuelle Büro in Wien deckt genau das ab. Im Premium-Paket um 129 Euro pro Monat bei Jahreszahlung (149 Euro monatlich, zuzüglich Umsatzsteuer) sind EU-weite Weiterleitung, die Annahme von RSb-Briefen per Postvollmacht und 4 Stunden Meetingraum pro Monat enthalten, für die Tage, an denen Sie in Wien sind.

Behördenpost ist dabei der kritische Punkt. Schreiben des Finanzamts haben Fristen, und versäumte Fristen kosten Geld. Eine besetzte Adresse mit Scan am Eingangstag bedeutet: Der Fristenbrief aus Wien liegt binnen Stunden digital vor, egal ob Sie in Berlin oder Dubai sitzen.

Fazit

Die Firmengründung in Österreich als Ausländer folgt einem klaren Ablauf: 10.000 Euro Stammkapital, davon 5.000 bar, Notartermin, Bankeinzahlung, Firmenbucheintragung. Das einzige Stück Infrastruktur, das vom ersten Tag an stehen muss, ist eine ladungsfähige Geschäftsanschrift in Österreich. Bei 1010 Works bekommen Sie diese Adresse in der Seitenstettengasse 5/37 im 1. Bezirk ab 49 Euro pro Monat, mit Post-Scan und monatlicher Kündbarkeit. Starten Sie mit der Geschäftsadresse in Wien, der Rest der Gründung ist dann Routine.